Klassenfahrt der 11b nach Sri Lanka

Ayubowan – Das bedeutet hier auf Sri Lanka „Herzlich Willkommen“ und so begrüßte auch der Reiseführer Saman die Klasse 11b, als sie Freitag kurz nach Mitternacht in Colombo landete. Müde fielen die Schüler in die Sitze unseres Busses, der uns durch die Nacht nach Danbulle, unser ersten Station auf der Studienreise, brachte. Früh am Morgen kam es dann auf dem Parkplatz des Höhlentempels zu ersten Begegnungen mit der heimischen Tierwelt, nicht  jeder Schüler war von Hund und Affe wirklich begeistert. Anschließend besichtigten wir die vielen Buddahstatuen des Tempels, den ein silanesischer König einst in den Fels hauen ließ. Man kann nicht wirklich sagen, dass die Klasse im Anschluss daran unglücklich darüber war, verpassten Schlaf – Stichwort Abenteuerspielplatz Flugzeug –  am Pool nachzuholen. Da wir uns ja auf einer Bildungsreise befinden, gab es vor der nächsten Ausfahrt zu wilden und Arbeitselefanten noch Nachhilfe in Sachen Pünktlichkeit.  Beim Abendessen seine Mitschüler zu bedienen sollte eigentlich Lehre genug sein…sollte…denn erst nach einem spezial Gepäckauftrag im nächsten Hotel sind unsere Experten jetzt immer überpünktlich 😉

Den Atmen raubte uns am frühen Samstagvormittag nicht nur die Aussicht vom Pidurangala auf den heiligen Sigiriya-Felsen, sondern vor allem der Aufstieg über die 1100 Stufen dorthin. Auch Snapchat wird sich über unzählige neue Gigabytes an Fotomaterial gefreut haben, die in die Gruppen gepostet wurde. Man muss über Sri Lanka wissen, dass hier unsere normale Rechenweise, 100km in einer Stunde zu schaffen, nicht funktioniert. Aber wen stört das schon, wenn eine wunderschöne Landschaft auf dem Weg nach Kandy am Fenster vorbeizieht…und die neuesten arabischen sowie amerikanischen Charthits, ob aktuell oder „alt“ aus den mobilen Lautsprechern der hinteren Sitze dröhnen. Den Tageabschluss bildete der Besuch des Zahntempels in Kandy, einem wichtigen Heiligtum der buddhistischen Bevölkerung. Dementsprechend war die all abendliche Zeremonie der Mönche, die dort leben, sehr gut besucht. Mit einer silanesischen Mariachi-Band beim Abendessen ging dann auch dieser Tag zu Ende.

Idiriyata yanna – „Weiter geht’s!“ und zwar ins Hinterland von Sri Lanka, bei dem Rafting auf dem Plan stand. Vorbei an kleinen Dörfern, Obst- und Gemüsebuden sowie den Wahlkampfständen für die kommende Provinzwahl am Samstag. Deshalb verwunderte es uns auch nicht, dass die Polizei zahlreiche Straßenkontrollen durchführte, was wiederum die roten und bunten Überlandbusse nicht davon abhielt, einen Affenzahn selbst auf engsten Bergstraßen hinzulegen…eine Fahrt mit der Achterbahn in der IMG-World ist dagegen eine Abra-Kaffeefahrt. Die Abkühlung im Kelani Ganga, dem zweitlängsten sri lankischen Fluss, fand dann meist während des Passierens von Stromschnellen und Wasserwalzen mit dem Schlauchboot eher unfreiwillig statt. Blaue Flecken und verlorene Kameras zeugen davon.

Eines der Hauptexportgüter der Insel ist Tee, der auf unzähligen Teeplantagen angebaut wird. Bei der Firma Damro erfuhren wir auf einer kurzweiligen Führung und einem Schülervortrag, wie der Ablauf vom Pflücken, über das Trockenen, Walken, Drehen und Verpacken funktioniert. Natürlich durfte eine Verkostung nicht fehlen, bei der die Schüler die richtige Handhaltung einer Teetasse übten, einer Einladung bei der Queen steht also nichts mehr im Wege!

Tags drauf starteten wir um 5:45(!) Uhr in den Tag, da sich der Aufstieg nach World’s End im Horton Plains Schutzgebiet nur dann lohnt, wenn der Nebel noch nicht aufgezogen ist. Nebel, der die Sicht versperrt? Sicher, wir befanden uns auf 2250m, der Wind jagte die Wolken aus dem Tal die steilansteigenden Felswände so schnell hoch, dass jeder Basejumper aus Dubai dem Princess Tower untreu werden würden. Von Ohiya ging es dann mit dem Zug nach Ella.

Im nicht mehr so beschaulichen Bagpackerstädtchen stiegen wir, dieses Mal nicht ganz so früh, auf den Little Adam’s Peak…Schwestern und Mütter frohlocket, es wird Geschenke geben!

Das Tageshighlight jedoch war der Besuch des Udawalawe Nationalparks. Auf drei Pickup Jeeps hatten wir eine herrliche Aussicht auf wilde Elefanten, Wasserbüffel, Krokodile, Adler und den einen oder anderen Pfau, Biologieunterricht zum Anfassen sozusagen.

Außerdem besuchten die Schüler eine kleine Grundschule in Walasmulla. Sie brachten Schulsachen mit,  über die sich die Kinder riesig freuten! Auch der Fußballverein zweier Schüler, der Precor FC hat gefüllte Mäppchen beigesteuert.

 

Text: Marcus Rosenmeier